Ein jegliches hat seine Zeit

Vom 22.-29. September 2011 war es für Gerd und Mechthild Bungenberg, als Gründer der Hilfsorganisation „Enerel“ und der Gemeinde „Burkhantiin Esus Sum“ zusammen mit Johannes Klätte, als Vertreter des Missionswerkes „Josua“, mal wieder an der Zeit nach Darchan/Mongolei, zu reisen. Sie wollten sich ein Bild von der Lage vor Ort machen und auch die Zukunft der Hilfsorganisation planen. Sie schreiben:

Als wir in Ulan Bator ankamen, wurden wir von Mark Kocke, dem Leiter der christlichen Gemeinde abgeholt. Auf dem Weg nach Darchan berichtete er uns von starken Veränderungen in der Ökonomie des Landes. Die Förderfähigkeit der enormen Rohstoffvorkommen in der Wüste Gobi und in anderen Gebieten des Landes wurden in den letzten Jahren international sehr interessant. Kohle, Gold und andere Rohstoffe, wie seltene Erden sollen nun abgebaut werden. Auch Angela Merkel besuchte aus diesem Grund als erste deutsche Bundeskanzlerin im Oktober 2011 die Mongolei.

Insgesamt sind die Einkommen und damit auch der Konsum in der Mongolei sehr angestiegen. Man sieht viele neue Jeeps auf den Straßen, in der Hauptstadt scheint tagsüber ein einziger Stau zu herrschen. Auch in Darchan sind die Arbeitsbedingungen anders als noch vor wenigen Jahren. Auf Grund des neuen finanziellen Reichtums im Land, wird die Arbeit mehrfach höher entlohnt als früher. Viele der inzwischen gut ausgebildeten Mitglieder und jungen Leute der Gemeinde haben in den Minen Arbeit gefunden und sind jetzt im ganzen Land verstreut.

Die meisten Schulen versorgen nun auch ihre Schüler mit Essen, da Zuwendungen vom Staat an die Schülerzahlen gekoppelt sind und dadurch Konkurrenz zwischen den Schulen herrscht. Natürlich hat diese Entwicklung auch starke Auswirkungen auf die Arbeit von „Enerel“. Die Köchin kochte früher ca. 100 Mahlzeiten am Tag, welche schnell aufgegessen waren. Gegenwärtig werden von ihr täglich noch etwa 50 Portionen gekocht. Die Kinder können sogar einen Nachschlag bekommen. Trotzdem bleibt meist noch etwas übrig. Auch die Hausaufgabenbetreuung mit Bibliothek und Spielbeschäftigung für arme Kinder ist nicht mehr so gut besucht.

So haben wir uns zusammen mit den Verantwortlichen vor Ort entschieden, die Registrierung der Hilfsorganisation im Oktober 2012 nicht zu verlängern. Die Armenspeisung und Kinderbeschäftigung sollen bis Dezember 2011 weitergeführt werden und Ute Sprenger wird bis April 2012 noch Englischunterricht für Kinder und Spielmöglichkeiten anbieten.

Dankbar sind wir für die treue Arbeit von Ute Sprenger, Mark und Ginny Kocke und der mongolischen Mitarbeiter über viele Jahre. Wir möchten uns bei ihnen herzlich bedanken. Ebenfalls wollen wir euch und Ihnen in Deutschland für die treue Unterstützung im Gebet und mit Finanzen über so viele Jahre ganz herzlich Dankeschön sagen. Es gibt viele Geschwister, deren Leben sich nachhaltig durch die Arbeit von „Enerel“ zum Guten entwickeln konnte. Davon konnten wir uns vor Ort überzeugen und sind Gott und euch von Herzen für seinen und euren Segen dankbar. Es ist ein Privileg, Früchte der Arbeit sehen zu dürfen. Aus der Mongolei ist das Evangelium nicht mehr wegzudenken.

Sehr herzlichen Dank auch den Geschwistern des Christlichen Zentrums in Herrnhut, die getreu die Gelder verwaltet und die Arbeit über 18 Jahre getragen, umbetet und stark unterstützt haben.

Wie geht es weiter? Natürlich bleiben wir eng mit der Gemeinde in Darchan verbunden und werden sie auch weiterhin freundschaftlich unterstützen. Im Sommer 2012 wird es ein gemeinsames Sommercamp für einheimische und deutsche Jugendliche in der Mongolei geben und wir bewegen weitere Ideen in dieser Richtung: zum Beispiel die Unterstützung der Gründung einer internationalen Lebensschule …

Alle Spenden, die im Missionswerk oder im Christlichen Zentrum Herrnhut weiterhin für die Mongolei eingehen, werden natürlich auch weiterhin für die Arbeit in der Mongolei eingesetzt.

Mit lieben Dankes-Grüßen aus Zagelsdorf und Halle,
Eure Johannes Klätte