Christen zieht es in den Urlaub nach Zagelsdorf

Rund 200 Urlauber aus ganz Deutschland sind in das Familiencamp des christlichen Vereins Josua nach Zagelsdorf (Amt Dahme) gekommen. Das ist Rekord, wie Einrichtungsleiter Gerd Schubert erklärt.

Die Teilnehmer sind je zur Hälfte Neulinge und „alte Hasen“. Nagels aus Altenbach in Sachsen kommen seit dem ersten Camp im Jahr 2003 jeden Sommer nach Zagelsdorf. Alexandra und Jörg Nagel, die sich zu Hause in der Kirchengemeinde engagieren, schätzen auch im Urlaub die Gemeinschaft mit anderen Christen. „Man kommt schnell in Kontakt, alle sind wie eine große Familie“, so die Eheleute. Sie haben ihre vier Kinder Hanna (12), Dorothea (10), Mechthild (6) und Pascal (2) dabei. Von den drei Größeren bekommen die Eltern kaum etwas zu sehen, sie sind mit ihren neuen Freunden auf dem Gelände unterwegs. „Es sind viele Familien mit Kindern da“, nennt Alexandra Nagel einen Vorzug des Camps. Für die Jüngsten gibt es Angebote, zugeschnitten auf die jeweiligen Altersgruppen. Mechthild mag das Basteln. Sie zeigt ein Handy, das sie aus Holz mit einer Antenne aus Pappe gefertigt hat. „Wir können Gott immer rufen“, hat sie dabei gelernt. Die Sechsjährige findet auch den Tischkicker und das Baumhaus toll. Den kleinen Pascal drängt es zum Sandkasten. „Baggern“, ruft er. Alexandra Nagel erzählt, die Familie nutze den Aufenthalt in Zagelsdorf zu Ausflügen ins Spreewald-Museum nach Lehde, in den Luckauer Laga-Park oder auch in den Dahmer Tierpark. Doch die Kinder wollten meist schnell zurück. „Nach Hause, nach Zagelsdorf.“ Chiara Haller aus der Nähe von Stuttgart schwärmt vom Reiten auf den Pferden des Josua-Hofes. Die Fünfjährige ist mit ihren Eltern sowie den Brüdern Elijah (2) und Noam (drei Monate) zum ersten Mal im Flämingdorf. Durch Freunde hätten sie von dem Camp erfahren, berichtet Mutter Janine Haller. „Für die Kinder ist Zagelsdorf ein Paradies. Sie sehen Störche auf dem Dach, Kühe auf der Weide“, sagt die Baden-Württembergerin. Die 12-jährige Hanna Nagel mag das Josua-Haus auch wegen der netten Mitarbeiter. „Sie haben viel zu tun und finden trotzdem immer ein Wort, auch für uns Kinder.“ Nagels haben sich schon jetzt für das Familiencamp im nächsten Sommer angemeldet.

Zum Thema:
Haus Josua in Zagelsdorf. Der christliche Verein Josua hat im Jahr 2001 die alte Zagelsdorfer Gärtnerei erworben und die verfallenen Gebäude zu einer Therapiestätte für alkoholkranke Männer mit Gästehaus und mehreren Bungalows ausgebaut. Marode Gewächshäuser wurden erneuert, ein Hofladen eingerichtet. Nächster Plan ist laut Einrichtungsleiter Schubert ein Speisesaal-Anbau mit 100 Plätzen. Die betreuten Männer helfen in Haus und Hof sowie bei der Versorgung der Gäste.

Text und Bild von Carmen Berg