Vom Guerilla-Kämpfer zum Pastor

Duben: Ein kolumbianischer Guerilla-Kämpfer hat als Gastredner Gefangene in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Luckau-Duben besucht. Carlos Ramirez, 1937 geboren, war kürzlich Gast des Alphakurses – einem Kurs, der Grundsätze es christlichen Glaubens näher bringt. Er berichtete von seinem bewegten Leben. Von den 1950-er Jahren als Freiheitskämpfer in Kolumbien, von Bomben, die er geworfen habe, und von Menschen, die dadurch gestorben seien. Ein schlechtes Gewissen hätte er nicht gehabt, auch keine Schuldgefühle entwickelt: „Der Zweck heiligte die Mittel.“ Ramirez habe quasi gemordet, um politische Ziele zu erreichen. Noch nicht einmal 20 Jahre alt sei er damals gewesen.

Eine schwere Krankheit habe sein Leben verändert: „Die Ärzte sagten mir, ich habe nur noch sechs Monate zu leben.“ Das ist jetzt mehr als 50 Jahre her. Ramirez lebt noch immer – inzwischen in den USA: „Ich bin Gott dankbar, dass er mir vergeben, mich mit all meiner Schuld angenommen hat. Eigentlich sollte ich längst tot sein, zwei Meter tief in der Erde liegen.“

Der 74-Jährige ist heute Pastor und erzählt davon, wie man sein Leben verändern, einen Neuanfang trotz schwerer Straftat machen kann: „Wenn du Jesus in dein Herz lässt, wird sich dein Leben ändern – das habe ich selbst erfahren.“

Der Strafgefangene Rene V. (37) hat schon den Weg zu Gott gefunden, wie er sagt: „Ich hatte vor 13 Jahren ein Nahtoderlebnis, das mich zum christlichen Glauben gebracht hat.“ Ramirez‘ Geschichte habe ihn bestärkt. Auch darin, „dass es möglich ist, ein besserer Mensch zu werden“. Rene sei wegen gefährlicher Körperverletzung zu mehr als fünf Jahren Haft verurteilt worden. Jetzt plant er, mit seinem alten Leben abzuschließen: „Ich will mich taufen lassen, mich öffentlich als Christ bekennen.“